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Interview:Tim Kring

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Am 8. Februar 2008 führte David Deas von der OWI ein Interview mit Tim Kring.


OWI: Vielen Dank, dass Sie zu einem Interview mit der "Organisation ohne Initialen" bereit sind. Wie steht's mit dem Streik?

Tim Kring: Bis jetzt gibt's erst Gerüchte, aber die Dinge kommen langsam beruhigen sich langsam. Morgen ust die grosse WGA-Sitzung, da wird das alles besprochen mit den Mitgliedern und ich gehe davon aus, dass wir Anfangs nächster Woche zurück an die Arbeit können, nach dem was man hört.


OWI: Wenn es sagen wir mal morgen vorbei ist, wann geht dann das Programm weiter? Werden wir möglicherweise bis September warten müssen?

TK: Tja das ist schwierig zu sagen weil wir so viel Zeit für die Produktion braucht; und wenn wir sie wieder aufnehmen, ist da noch keine geschriebene Szene. Die letzte haben gedreht. Sie wurde gesendet. Wir fangen wieder bei den Entwürfen an, wir müssen Drehbücher schreiben, den Dreh vorbereiten, das ganze produzieren, nachproduzieren, schliesslich senden. Die Saison-Finale und die Popularitäts-Umfragen sind normalerweise im Mai. Ich habe noch keinen Ablaufplan, ich kann das nicht genau sagen, aber ich denke mal wir könnten etwa drei oder vier Folgen bringen bis dann. Jetzt kommt es aber darauf an, ob der Sender das von uns wünscht oder nicht. Wie ihr wisst entwickelt so eine Serie ihren Schwung und will natürlich möglichst lange davon ohne Unterbrechung profitieren.


OWI: Klar.

TK: So ein Start- und Stop-Programm ist für eine Serie wie die unsere sehr problematisch. Es ist also nicht gerade ideal nach fünf Monaten Sendepause frisch anzufangen und dann nach drei, vier Folgen gleich wieder vier Monate auszusetzten.


OWI: Gibt's eine Chance oder kriegen wir ein paar Folgen der Origins zu sehen?

TK: Gar keine Chance nein, das ist noch weiter weg als die nächsten Folgen der Heroes. Da müssten wir voll den Rückwärtsgang einschalten und alle die Leute zurückbringen. Ich hoffe zwar immer noch, das irgend einmal wieder zu beleben, aber jetzt geht es erst mal darum das Programm wieder auf die Beine zu bringen.


OWI: Also alle Fans, ich auch, freuen sich auf den Wiederbeginn. Gibt es eine DVD-Sammlung der Staffel 2?

TK: Noch so ein Problem mit dieser Art Interviews ist die Tatsache, dass ich wenig Kontakt mit dem Sender und dem Studio hatte. Wenn man gegen den Sender streikt, hat man nicht den täglichen Kontakt. Da ist soviel ungewiss, worüber wir nächste Woche sprechen werden. Meine Hoffnung liegt in diesen Episoden, die Struktur trägt, da haben wir gute Arbeit gemacht. Da gibt es einen ganzen Bogen von ineinandergreifenden Episoden in einer Packung sozusagen. Ob die aber als eine Sammlung oder einzeln oder mit einer nächsten Saison gebündelt wird, hängt nicht von mir ab. Das weiss ich einfach nicht.


OWI: Die Serie ist ja ein Megahit. Wann haben Sie realisiert, dass sie wirklich gut lief und ein "Hit" werden würde?

TK: Das ist eine sehr interessante Frage, denn eine Serie ist schwierig zu machen, eine ganze Produktion wie diese zu leiten sehr schwierig. Was einem die Kraft gibt, weiter zu machen, Schlachten zu schlagen – es ist ein steiler Weg die Serie bis zur Sendung zu bringen: Du musst um die Budget-Zwänge kämpfen, mit schlechten Ideen links und rechts, mit Besetzungsproblemen und den Schwächen und Mängeln des Fernsehens, es ist wirklich ein steiler Weg – was einem die Kraft gibt, weiter zu machen, ist der Glaube in den letztendlichen Erfolg der Serie. Als einer der Autoren musste ich immer die Fackel vorantragen, ich war ja der Typ, der von Anfang an daran glaubte. Also wenn ich jetzt sagen würde, ich sei überrascht, gar schockiert über den Erfolg... gut, man hofft natürlich immer, es würde ein Hit werden, aber ich hatte immer das Gefühl, wir seien auf der richtigen Spur, von Anfang an. Als ich sah, wie die Besetzung zusammen kam in der Pilot-Sendung und dann auch die Wirkung auf dessen erste Zuschauer, spürte ich, dass wir wirklich auf der richtigen Spur waren. Man muss ja sechs oder sieben Episoden drehen, bevor die Sendung dann stattfindet. Diese Zeit ist dann echt wie eine Schwangerschaft.


OWI: In dem Moment gibt es kein Zurück.

TK: Da kannst du nur noch die Finger kreuzen und hoffen, du seist nicht verrückt und der Rest der Welt teile deine Vorlieben. Das ist die richtige Antwort.

OWI: Wenn ihr überhaupt keine Budget-Grenzen einhalten müsstet, wie verschieden würde die Serie dann aussehen?

TK: Politisch geschickt wäre jetzt zu sagen sie wäre gar nicht so verschieden. Aber es wäre schon anders. Es wäre natürlich ein wenig besser. Wir wären mit wenig mehr Geld besser, denn man muss immer darum kämpfen. Bei jeder der Episoden gibt es ein zwei Dinge die man so ungern verzichtet, aber es liegt finanziell nicht drin. Ob es um den Drehort geht oder die Besetzung oder erweiterte Deckung bei einer Szene oder ein bischen mehr visuelle Nachbereitung bei einer bestimmten Aufnahme. Du sagst immer irgendwie: hätt ich bloß einen Tag mehr, diese Summe Geld mehr! Aber da ist auch andrerseits die Tatsache, dass der finanzielle Rahmen einen zu kreativen Entscheidungen zwingt bei so einer Serie. Du musst darüber nachdenken, ob die Zuschauer etwas emotional aufnehmen oder eher aus dem Bauch. Weisst du was ich meine?


OWI: Absolut.

TK: So ein Scheckheft ohne Limite hat echt auch Nachteile. Es füttert den inneren Streber: man bläst alles auf und lässt es in Flammen aufgehen.


OWI: Ja, manchen geht da so.

TK: Es macht alles grösser und grösser, aber nicht unbedingt besser, aufblasen ist oft weniger gut als einen Dreh in der Geschichte zu erfinden und damit die Zuschauer zu überraschen. Wenn ihr überlegt, wo die Wendepunkte sind, die grossen Momente in unserer Serie, dann waren 90% davon erzählerische Momente und nicht grosse Spezialeffekt-Szenen. Die Geschichte bringt den Drehmoment.


OWI: Für mich war das Finale der Staffel 1 perfekt, denn es ging um die beiden Brüder und nicht um Spezialeffekt und Kampfszenen.

TK: Ja stimmt. Natürlich war das eine Episode wo man grösser hätte sein wollen, hier zeigt sich die Beschränkung einer Fernsehproduktion und der Tatsache, dass du nicht mit Geld um dich werfen kannst. Genau so wichtig wie das Geld ist ja beim Budget auch die Terminplanung. Das Sendedatum diktieren einem wirklich, wieviel man auf den Film bringen kann. Denn an einem bestimmten Punkt musst du einfach zu drehen aufhören. Der Stecker wird normalerweise von der Notwendigkeit des Sendetermins rausgezogen.


OWI: Können Sie sich bei all den Anspielungen auf Star Trek vorstellen, dass Heroes mit der Zeit auch einmal so eine Art Konzession wird mit verschiedenen Versionen / Geschichten/ Figuren?

TK: Na klar, so eine Art Erfolg und Langlebigkeit kann man sich nur wünschen. In der Tat ist die Serie ja sozusagen mit dem Motto erdacht, dass das Ende offen sein soll, mit der Grundidee, dass Leute rund um die Welt mit verschiedenen Fähigkeiten auftauchen. Es ist eine nie endende Geschichtenserie. Wir peilen keinen Schluss an. Es geht nicht darum eine Insel zu verlassen oder ein Verbrechen aufzuklären. Es hat gar keine Finaltät darin. Es wird mit dem Anfang der Serie kein Ende angesteuert. Es ist darauf angelegt, sich in viele verschiedene Richtungen weiter zu entwickeln.


OWI: Woher haben Sie die Ideen für die Figuren?

TK: So vieles wird von der Geschichte generiert. Von dem Wunsch, in eine gewisse Richtung zu gehen – und das zwingt einem gewisse Optionen auf, mit welcher Art Figuren man sie beleben will. Das ist ganz organisch abgestützt. So vieles in dieser Serie ist ganz organisch gewachsen. Wir wenden einen ganz besonderen Stil an, teils aus Notwendigkeit, teils aus dem philosophischen Entwurf heraus. Da ist diese Idee einer völlig offenen Erzählweise welche aus eine einzigen Frage entsteht: "Was geschieht als Nächstes?" Diese Frage stösst uns weiter zu fast jeder Entscheidung und erlaubt uns eine Frische des Erzählens, indem wir nicht immer genau wissen, wohin wir steuern. Es erlaubt sozusagen der Geschichte zu bestimmen, wo sie hin will. Manchmal, wann man viele Pläne aufstellt, wo man hingehen will, kommt man zu bald dort an und sieht gar nicht all die Möglichkeiten, die sich einem täglich anbieten. Da entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen zwei Schauspielern und plötzlich klickt es und man sagt sich: "Oh, gehn wir mal in dieser Richtung!", oder gewisse Schauspieler sind nicht abkömmlich oder der Drehort ist aus irgeneinem Grund nicht verfügbar und man merkt, dass die Geschichte ein bischen anders erzählt werden muss. Es ist einfach eine Art organischer Fluss, eine Art Wildwasser-Schlauchboot-Tour, auf der man nicht sicher ist, wo die nächste Biegung im Fluss kommt.


OWI: Dadurch bleibt es auch frisch.

TK: Ich glaube tatsächlich dass einige Fans das spüren, "Aber sollten die Autoren nicht jeweils genau wissen, wohin sie gehen??" Eben nicht. Tatsache ist dass diese spezielle Spannung, die dich in den Sessel drückt, die unseren Zuschauern so gefällt, ist der Eindruck, dass die Geschichte selbst fast unmittelbar ihre Fortsetzung diktiert. Wir wissen im Grossen und Ganzen gegen das Ende zu, wie es aussieht und wohin wir gehen. Aber ich denke die Zuschauer hat dieses starke Bauchgefühl weil die Erzählweise wild und weitgestrickt ist. Sehr unmittelbar.


OWI: Wie gelingt es dem Schreiberteam, bei soviel Information auf dem Laufenden zu bleiben? Wie läuft der Prozess? Wie sieht das Büro der Schreiberlinge aus?

TK: Wisst ihr das kann auf ganz verschiedene Weise passieren. Da ist ein Buchführer oder "Bibel"-Chronist, der eigentlich... der alle kleinsten Einzelheiten notiert. Aber der Raum selbt ist aufgeteilt in einige Riesentafeln. Auf einer sind die Handlungsbögen für eine ganze Staffel, aufgeteilt in jede Figur und jeden Erzählstrang, eine andere Tafel ist die frische Skizze für zwei oder drei Episoden und auf der dritten schliesslich eine einzelne Episode bis hin zu den kleinsten Einzelheiten. Diese Tafeln sind die ganze Zeit voll mit Material. Wir brauchen sowohl abwischbare Tefeln wie Anschlagtafeln mit Kärtchen drauf. Es ist ein sehr fliessendes System, da werden Kärtchen weggenommen, überarbeitet, überdacht. Wenn da eine Idee kommt und man denkt: "Halt, das verändert diesen Plan!", dann kommt ein Kärtchen weg. Es ist gleichermassen ein riesiger Rubik-Würfel. Zu jeder Zeit sind zwischen acht und elf von uns in dem Raum beieinander.


OWI: Gibt es heisse Diskussionen über die Charakterführung und die Story?

TK: Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt unter den Autoren. Aber niemand hält mit seiner Meinung zurück. Es geht da drin oft sehr lebhaft zu und her. Es wird ja dann im Film auch gut sichtbar, wie gut man sich um die Figuren, die Mythologie und den ganzen Hintergrund kümmert. Man versucht die ganze Zeit keine Fehler zu machen mit der Kontinuität und den Erwartungen an die Weiterentwicklung der Figuren. Tatsächlich aber geht das so schnell vorwärts und soviel Material ist zu verdauen. Wir sind oft am Bearbeiten, Schreiben und Produzieren von fünf oder sechs Folgen gleichzeitig. Und jeder einzelne dieser Stationen, Schreiben, Produzieren, Bearbeiten kann eine Geschichte total ändern, nicht wahr. Die Ausführung einer Drehbuchidee gleicht manchmal nur noch wenig dem Originalmaterial und noch weniger nachdem es durch den Schneideraum gegangen ist. Man kann im Schneideraum eine total neue Geschichte konstruieren mit vorhandenem Material.


OWI: Das ist der wirkliche Ort, wo Fernsehen und Film entstehen, richtig?

TK: Genau. Es ist ein erstaunlich aufregender Vorgang bei dem man seine Vorstellungen von der Geschichte loslassen und auf das Material hören muss und feststellt, dass manchmal der Ton nicht stimmt oder etwas optisch nicht funktioniert. Gehn wir nochmal rein und ändern den Ton. Es ist unglaublich was man in so einem Schneideraum alles mit der Geschichte anfangen kann. Erstaunlich wie man durch den Schnitt die ganzen Gefühle manipulieren und einen ganz neuen Blick auf die Geschichte erreichen kannst.


OWI: Ich erinnere mich, wie ich bei der Staffel 1 DVD und der PIlotsendung] die Szenen mit Parkman im Haus der Walkers (das damals noch gar nicht Walkers Haus war) verglich, da kam derselbe Dialog von zwei total verschiedenen Figuren!

TK: Das war eine jener guten Übungen, wie man bereits bestehendes Material ganz neu verwenden kann. Das kommt immer mal wieder vor. In einer solchen Serie nichts wegwerfen, was mal gedreht ist. Man nimmt ein paar Dinge auf und macht daraus eine ganz andere Szene. Ein sehr kreativer Vorgang.


OWI: Ich habe in Ihrem Interview mit Damon Lindelof von (Lost) vor der Serie gelesen, Sie seien als Kind nicht fähig gewesen Comics zu lesen. Hat Sie das etwa inspiriert zu Parkmans Legasthenie? Wäre es denkbar, dass es einen behinderten Helden oder Bösewicht gäbe in der Serie?

TK: Ja, darüber haben wir effektiv nachgedacht. Wir denken ernsthaft daüber nach und würden es auch gerne machen. Man will das ja richtig behandeln und authentisch darstellen. Man will es in einer Weise tun, die nicht gewisse Zuschauerkreise zu nahe tritt. Aber ja, Parkers Legasthenie – also ich wurde nie irgendwie diagnostiziert, ich war einfach kein guter Leser als Kind. Was immer auch das Problem war, es war besonders stark bei den Comics. Ich wusste nicht mal recht wie ich mit den Augen folgen sollte: Links, rechts, rauf, runter? und ich habe aufgegeben. Es vergingen Jahre bis ich wieder mal ein Comic-Buch aufgemacht habe.


OWI: Wie planen Sie die Fans zurückzugewinnen nach dem Streik?

TK: Tja wir haben da eine kleine Länge vor im Vergleich zu anderen weil wir unsere Zuschauer daran gewöhnt haben, dass unsere Serie in "Staffeln" gesendet wird. Staffel 1 sollte eigentlich eine Staffel von 23 Episodes sein. Staffel 2 war drei Episoden lang. Staffel 3 ist noch nicht auf eine Anzahl Episoden festgelegt. Wir können da in einer gewissen Art neu aufstarten wie es anderen nicht vergönnt ist. Wir haben einen richtig spannenden Ritt geplant für unser Come Back. Das wird gleich zu Anfang der intensivste, schaurigste, abgedrehteste Version unserer Serie sein.


OWI: Das hört sich ja gut an.

TK: So auf kleinem Feuer... wir haben gemerkt, dass man das in einer ersten Saison machen kann, aber in einer zweiten Saison ist das schon viel schwieriger. Wir haben diese Lektion gelernt und wir landen mit einem recht spannenden Teil. Was wir ganz gut beherrschen sind unheimliche und intensive und verrückte Momente. Nach der Produktion von 34 Folgen wird einem einigemassen klar wo die Stärken der Produktioin liegen und ich denke die Sachen machen wir ganz gut. Wir verlegen uns ein wenig auf diese Stärke wenn wir zurück kommen.


OWI: Ich habe in der Hälfte der Saison einen Artikel verfasst und den langsamen Start der Staffel 2 mit einer Achterbahn verglichen. Je höher der erste Anstieg, desto besser wird der Ritt. Es geht um das Aufladen der potenziellen Energie.

TK: Genauso haben wir es auch vorgezeichnet. Was wir nicht wirklich vorausahnen könnten ist die Ausdauer der Zuschauerlangmut. Die wird einfach jedes Jahr kürzer, Wenn die Leute erst mal auf Adrenalin sind, wollen sie es die ganze Zeit. Es ist sehr hart die Geschichte zu gestalten wenn die Leute immer nur den Höhepunkt wollen. Der Gipfel hat nicht dieselbe Kraft und Bedeutung, wenn es nicht dieselbe Steigerung hat. Wir kämpfen damit, den Zuschauern genug aufregende Spannung zu geben, während wir die Dynamik aufbauen, die es für einen Höhepunkt braucht. Die Staffel 2 ist ein klassisches Beispiel dafür. Ich denke die Wochenfristen, wo man auf die Sendung warten musste, waren hart. Das DVD-Erlebnis mit diesem Band wird grossartig sein. Ich denke die Leute werden es nochmals ansehen und feststellen, wie brillant es war.


OWI: Ich habe Staffel 2 selbst auf DVR aufgenommen und es ist völlig anders wenn man es am Stück sieht.

TK: Es ist eine ganz andere Erfahrung wenn man es so ansieht. Der Geduldfaden ist nicht so überspannt und deshalb kann man sich besser tragen lassen.


OWI: Wir machen ja jede Woche während der Sendezeit einen Chat und ich erinnere mich, wie unsere Reaktionen bei den Wendungen in der Staffel 1 waren, total verrückt, besonders bei Hiros.

TK: Das ist so eine Bürde die man sich aufhalst wenn man zuviel in eine Folge stopft. Schliesslich ist da mehr als je in einer TV-Folge und es kommt Wendung nach Wendung nach Überraschung und die Leute sind total weg – nächste Woche machst du 75% davon, da ist die Reaktion nicht mehr: "Hey, das war unglaublich!", sondern :"Na ja, das war nicht so gut wie letztes Mal."


OWI: Man kann es nicht jede Woche bringen!

TK: Genau, man kann es einfach nicht jede Woche. Wir werden oft mit uns selbst verglichen, wir haben die Messlatte angehoben. Und die geht höhte rund höher und an einem gewissen Punkt kann man sich einfach nicht mehr übertreffen.


OWI: Warum wurde die "Organisation" abgeändert in "die Firma'". "Die Firma" tönt nach CIA. Warum die Verlagerung?

TK: Wir haben die Bezeichnung "Firma" im Kapitel 17 Die Firma eingeführt. Niemand weiss den Namen der Organisation oder ob es überhaupt einen gibt. Man muss sich irgendwie darauf beziehen können. Ich glaube nicht dass es einen offiziellen Namen gibt. Der Eine mag sie Firma nennen, der Andere Organisation. Es ist immer in ungenauen Begriffen davon die Rede, es wurde nie offiziell festgelegt.


OWI: Ich weiss, dass Parkman immer noch "Organisation" sagt.

TK: Stimmt, na ja der ist innerhalb des Ganzen, der weiss nicht, ob es einen Namen hat oder nicht.


OWI: Was ist der Hintergrund des Doppelhelix? Wer hat diese Idee beigetragen?

TK: Das war von Anfang an ein Bestandteil. Wir wollten etwas haben, das über allen Geschichten als geheimnisvolles Symbol schweben sollte. Um ganz ehrlich zu sein, die erste Folge von Origins sollte die Herkunft des Symbols erzählen. Die Geschichte existiert in meinem Kopf als eine antike Erklärung sozusagen als Vorgeschichte von allem, was wir bisher gesehen haben. Tatsächlich haben wir es bis zurück im Jahr 1671 im Feudalreich Japan auftauchen sehen. Und auch da noch liegt es weit zurück. Das ist ein teil der grösseren Mythologie der Serie und wird offenbart wenn wir es offenbaren wollen.


OWI: Ich will ja gar nicht alle Antworten schon jetzt. TK: Das ist auch so ein Ding mit dieser Serie, das zum Teil frustrierend ist: Die Leute wollen die ganze Zeit Antworten. In Wirklichkeit lieben die Leute auch Fragen!


OWI: Ich mag es ganz gerne wenn die meisten Fragen am Ende einer Staffel beantwortet werden, aber mit diesen Antworten wieder neue Fragen entstehen.

TK: Vielleicht wiederhole ich mich: Eines der Markenzeichen dieser Serie ist dass meinem Gefühl nach Antworten eher billig sind. Man kann immer Antworten liefern. Keine Antwort ist zu kostbar es den Zuschauern nicht zu sagen. Aber da gibt es ein paar mythologische die witziger sind, wenn man sie zurückhält. Die Grundidee ist, immer wieder mal ein paar Antworten zu geben, um einer schrecklichen Frustration entgegen zu wirken, die manche mit der Serie haben. Glücklicherweise ist unser Rahmen breit und die Anzahl Figuren gross genug, so dass wir ab und zu ein paar Antworten liefern können.


OWI: Wie geht's denn eigentlich den Heroes-Wohltätigkeitsaktionen? Gibt es da etwas woran wir arbeiten können in der Sendepause?

TK: Ja. Wir sind an der Arbeit und es ist eine grosse Arbeit. Es soll auch eine unterhaltende Seite und Qualität haben. Wir wollen von unseren einzigariten Fähigkeiten profitieren, erzählerische Unterhaltung zu erfinden und die beiden Ideen, die Fangemeinschaft einzubeziehen und den Wunsch, selber bei der Rettung der Welt teilzunehmen. Es wurde natürlich auch wegen des Streiks zurückgeschnitten. Ich werde an der Comic-Con darüber berichten.


OWI: Weil wir es gerade davon haben, wird wieder eine Heroes'-Riege' an der Comic-Con teilnehmen?

TK: Das will ich hoffen. Allerdings haben wir noch mit niemandem darüber gesprochen. Meiner Meinung nach sollten wir hingehen und mit der grösstmöglichen Präsenz und Reklame, solange die Serie auf Sendung ist. Ich schulde diesen Fans und diesem besonderen Treffen unheimlich viel, sie waren meiner Meinung nach massgebelich am erfolgreichen Start unserer Serie beteiligt.


OWI: Hoffentlich kann ich da auch mal hin.

TK: Oh ja, das wäre gut. Es ist verrückt und lustig und bizarr... einfach grossartig!


OWI: Okay Tim, hier kommt eine Blitzserie von Fan-Fragen.

TK: Okay.


OWI: WAr Molly immer ein Super-GPS?

TK: Ja.


OWI: Werden wir Christopher Eccleston wieder sehen?

TK: Oh, das hoffe ich. Wenn es nach mir geht, ja. Er ist viel beschäftigt, aber davon wären wir alle begeistert.


OWI: Was ist Ihre Lieblingsserie aller Zeit?

TK: The Twilight Zone.


OWI: Und was haben Sie eigentlich am siebten Tag gemacht?

TK: [Lachen] Na, jetzt hatte ich ja drei Monate Ruhe. Ich denke da hatte ich meine Sonntagsruhe für diese drei Monate!

OWI: Werden wir je hören, wer Sylars Vater ist?

TK: Nicht so bald, nein.


OWI: Wie heisst der Haitianer mit Namen?

TK: Alles was ich sagen kann ist, dass ich Jimmy Jean-Louis, welcher die Rolle des Haitianers spielt, sehr mag und ich würde ihn gerne öfters sehen. Ich glaube die Zuschauer wären bereit dazu. Er ist so eine von dunklen Rätseln umgebene Figur dass man nicht zuviel Licht auf ihn richten sollte. Ich habe so das Gefühl, dass er in der kommenden Staffe. eine noch wichtigere Rolle spielen wird.


OWI: Gut, Tim, das ist vorläufig alles Vielen Dank für das Gespräch!.

TK: Gern geschenen, Danke auch! Auf bald wiederYou are welcome!


OWI: Ich danke Tim Kring, dass er in seinem Terminplan eine Platz für unser Interview freigehalten hat. Ich danke auch seinem Assistenten Jim für die Koordination. Schliesslich danke ich Alex Garcia, der im Dezember an das Heroes-Treffen ging und dort Jim und Tim wegen eines möglichen interviews mit der OWI angesprochen hat.. Ohne Alex wäre dieses Interview nicht zustande gekommen. Und ohne Tim Kring wiederum gäbe es diese Webseite schon gar nicht. Danke allen Mitwirkenden!

Anmerkungen

  • Das obige Interview wird mit ausdrücklicher Genehmigung von David Deas von der OWI wiedergegeben. Der Originaltext dieses Interviews ist auf deren Webseite zu finden.


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Cast

Sally ChamplinAlex FernandezMike FoyJames Kyson LeeNtare Guma Mbaho MwineJoshua RushJames RyenRoberto SanchezDiana Terranova

Crew

Adam Armus und Kay FosterYule CaiseNate GoodmanChuck KimTim KringJason La PaduraDebra McGuireJoe TolericoKevin Tostado

Comic Crew

Robert AtkinsMicah GunnellR.D. HallJoe KellyChuck KimKotzebue GebrüderRyan OdagawaJG RoshellMark Sable

Besondere Werke

BlackoutDestinyEvs DropperGolden HandshakeInto the WildiStoryThe RecruitRoot and Branch